02.08.2021

Mal ausprobieren, welcher läuft und läuft und läuft und läuft...

In Deutschland keine Seltenheit – in Polen schon. Kameras, die statt Geschwindigkeitsübertritten das Überfahren roter Ampeln aufzeichnen. Erstmal handelt es sich in Deutschland um genormte Blitzer mit Induktionsschleifen (2x), welche die Überfahrt einer Haltelinie dokumentieren und anschließend den Fahrer sowie die Tatsache, dass die jeweilige Ampel tatsächlich überfahren wurde, festhalten.

In Polen wird dies anders gehandhabt – hier gibt es eine Halterhaftung bei Geschwindigkeits- und Ampelvergehen, welche nicht unmittelbar geahndet werden können, d. h. der Halter eines Fahrzeuges haftet für die mit seinem Fahrzeug begangenen Vergehen – daher sind in Polen auch Blitzer und Kameras denkbar, die den Fahrer nicht direkt aufnehmen, sondern nur das Fahrzeug beim Vergehen.

Polen verfügt Stand heute über gerade einmal 20 Ampelkameras, eine davon auf einer meiner Stammstrecken, die ich schon relativ gut kenne (Nationalstraße 20 zwischen Zuckau/Żukowo und Gdingen/Gdynia). Aufgrund einer Unachtsamkeit und einer Ablenkung passierte ich jedoch kürzlich genau diese Ampel bei Dunkelgelb. Die spätere Prüfung meines Dashcam-Materials zeigte, dass ich mich wirklich des Überfahren einer roten Ampel schuldig gemacht hatte.

Im Bild: Ampel und Kamera (rechts oben)

Glücklicherweise kam bis heute kein Brief (seit September 2020, also ca. 8 Monate) – die Strafe läge bei bis zu 500 Zloty, das wären 125 Euro. Punkte oder ein Fahrverbot erhielte ich mangels einheitlicher Punktesysteme und eines polnischen Kennzeichens nicht. Laut unterschiedlicher Quellen werden innerhalb der EU solche Vergehen erst ab 75€ (oder Equivalent) geahndet und vollstreckt. In Bezug auf Polen scheint dies, Stand 2020/2021 noch nicht der Fall zu sein.

Eine Übersicht der Kameras bietet z. B. diese Seite.

Auf Reisen

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