25.09.2020

Mal ausprobieren, welcher läuft und läuft und läuft und läuft...

Schicksalsbedingt war ich vor ein paar Monaten in der polnischen Stadt Łodz, welche von München Luftlinie etwa 660 Kilometer entfernt liegt. Da die beste von Google vorgeschlagene Route allerdings ca. 900 Kilometer und damit 9 Stunden misst, entschied ich mich für einen Flug. Das bedeutete auch, dass ich für das Wochenende, welches ich dort verbrachte, kein eigenes Fahrzeug hatte, was mir die Möglichkeit gab, diverse Beobachtungen anzustellen, die ich hier mit den Lesern teilen möchte. Ich war zwar bereits in Gdansk (Danzig) und Gdynia (Gdingen), dort jedoch mit dem eigenen Fahrzeug (an einer anderen Stelle dazu eventuell mehr), was dazu führte, dass ich viel weniger vom eigentlichen Straßenverkehr wahrnahm – so komisch das klingen mag.

 

Ich kam also am Donnerstag Abend, dem 6. Oktober 2016 in Łodz an und verließ den Flughafen. Davor warteten bunt gemischte Taxis – Marken, Farben und Baujahre – quer durchs Feld. Das erste Taxi am Taxistand: Opel Omega B Caravan (1999 – 2003), darauf folgte zu meiner Überraschung ein Renault Scenic II, vermutlich Diesel, die Aufschrift an der Zierleiste fehlte jedoch und ich konnte den Motor nicht hören. Es folge ein Mazda 6, eine ältere C-Klasse, W203 und ein Wagen, den ich im Verlauf des Wochenendes noch viel häufiger als Taxi sehen sollte – ein recht aktueller Skoda Rapid.

 

Renault Scenic II Phase I Kombiinstrument bei 200.000 Kilometer

Hätte ich mich nun für eines der Taxis entscheiden müssen, hätte ich entweder die C-Klasse oder den Renault Scenic gewählt. Letzteren, um rein interessehalber den Kilometerstand beim Fahrer abzufragen und den Wagen in einen direkten Vergleich mit dem Renault Scenic II 1.6 16V mit bereits über 200000 Kilometern auf dem Tacho, davon aber eigentlich nur 185000 echte (reparierter Tacho mit 15000 mehr), aus der Familie ziehen zu können.

 

Ich musste mich für keins der Taxis entscheiden, denn ich wurde abgeholt. Zu meiner Überraschung von einem Renault Scenic I Phase I, welcher in der Familie früher auch bereits gefahren wurde, jedoch später mit einer lächerlichen Kilometerlaufleistung verkauft und vermutlich exportiert wurde. Über den Motor kann ich nichts sagen, jedoch vermute ich den 1.4, maximal den 1.6 Liter mit 75 PS. Dies mutmaße ich aufgrund der Drehzahlen und der Fahrweise meines Abholers. Dazu muss gesagt werden, dass wir uns lediglich über einen Umweg unterhalten konnten – was die Kommunikation schwieriger gestaltete. Eine Information die ich noch extrahieren konnte war der Kilometerstand – 256000 Kilometer. Später, bei der Ankunft entdeckte ich dann aber auch mehrere Öldosen im Kofferraum.

 

Was uns direkt die Überleitung zum ersten Taxi gibt, welches wir in Łodz gefahren sind – einen Ford Mondeo TDCi von ca. 2006, Kilometerstand unbekannt. Das einzige, was ich bei einem flüchtigen Blick auf das Kombiinstrument erhaschen konnte war „OIL LOW“. Offenbar ist das Öl nachfüllen dort noch viel gängiger als es hier ohnehin schon ist. Ich denke da an meinen Renault Megane II CC mit 1.9 dCi mit einem Ölverbrauch von einem guten Liter auf 1000 Kilometer kurz vor dem Motorschaden.

 

Dabei sei angemerkt, dass in Polen die Taxipreise relativ günstig sind. Für die Strecke von etwa 5 Kilometern verlange der Taxifahrer 17 Zloty, was (Stand 26. Februar 2017) weniger als 3,50 Euro entspricht. Da auch hier die Kommunikation nur wieder über einen Umweg möglich war, zahlte ich dem Taxifahrer versehentlich 80 Zloty. Das kam dadurch zustande, dass im englischen 17 „seventeen“ und 70 „seventy“ ist. Meine Begleitung verwechselte dies jedoch, woraufhin ich noch 10 Zloty Trinkgeld gab. Der Taxifahrer muss sich an diesem Abend gefreut haben.

 

Allgemein nutzten wir viel öffentliche Verkehrsmittel, kamen jedoch später nochmal in den Genuss, von einem Taxi nach Hause gebracht zu werden. Diesmal handelte es sich um einen Chrysler 300 Limousine mit einem 3,5 Liter V6. Da ich mir bei den Preisen für Taxifahrten nicht vorstellen konnte, dass sich das lohnt, fragte ich „Petrol?“ woraufhin der Fahrer mir erklärte, dass es sich um einen LPG-Umbau handelte. Der Kilometerstand lag bei rund 150000 Kilometern.

 

Weitere Beobachtungen ergaben, dass eine hohe Anzahl Kennzeichenhalter mit deutscher Aufschrift von deutschen Händlern zu sehen ist. Auch kommt der Eindruck auf, dass es sich in Polen noch lohnt, einen Wagen zu reparieren, wo er hier längst … exportiert würde. Was plausibel scheint, aufgrund der niedrigen Arbeitskosten in den osteuropäischen Ländern. Die Wegwerfmentalität ist in Polen noch nicht ganz angekommen – zumindest bei Kraftfahrzeugen. Und das ist gut so.

 

Auf Reisen

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