27.09.2020

Mal ausprobieren, welcher läuft und läuft und läuft und läuft...

Wir sind sehr erfreut verkünden zu dürfen, dass wir ab sofort eine Partnerschaft mit der polnischen Seite Swiataut.net pflegen und im Rahmen dieser Partnerschaft ausgewählte Artikel von Swiataut.net in deutscher Übersetzung anbieten werden. Dieser Artikel stellt daher die deutsche Übersetzung des Artikels „TEST: Dacia Lodgy Laureate SCe 100 LPG“ unserer Partnerseite Swiataut.net dar.

Mit dem Dacia Lodgy lieferte Dacia zwischen Anfang 2014 und Mitte 2015 einen 1.6 Liter 8V Motor Benzinmotor der werksseitig mit einer Flüssiggas/LPG-Anlage ausgestattet war. Der robuste K7M-Motor kam in ähnlicher Form, zuerst als 702, 703 und 720 in Megane I und Scenic I, seit 1995 zum Einsatz und eignete sich gut für den Flüssiggasbetrieb.
Mitte 2015 folgte dann eine Überholung der Motorenpalette – MPI 85 (K7M 812) wurde SCe 100 (H4M) und auch die Flüssiggasvariante MPI 85 LPG (K7M 828) wurde aktualisiert und hieß fortan SCe 100 LPG (ebenfalls H4M).
Mit dem Motorenwechsel erfolgte eine Leistungssteigerung zwischen 18 und 19 PS und eine Drehmomentsteigerung zwischen 19 und 22 Nm (je nach dem ob im Benzin- oder LPG-Betrieb). Es bleibt anzumerken, dass es sich beim H4M genau genommen nicht mehr um einen reinen Renault-, sondern um einen Renault-Nissan-Motor (HR16DE) handelt – mehr dazu später.

Der Dacia Lodgy ist groß, geräumig und bietet viel Platz für Kleinigkeiten (eine Stärke, die ich auch immer wieder bei unserem Renault Scenic II bewundere). Zudem bietet der Lodgy hervorragende Sicht in alle Richtungen und eine starke Ausleuchtung des Innenraums durch seine großen Fenster.
Wie zu erwarten, gibt es bei den verwendeten Materialien im Innenraum und die Dicke der Polsterung viel Luft nach oben. Das Armaturenbrett gefällt meiner Meinung nach, dekorative Details wurden erfolgreich eingesetzt.
Die bernsteinfarbene Halogen-Innenraumbeleuchtung ist schön anzusehen, manch ein Kunde zieht hier gewiss eine Umrüstung auf LED’s in Betracht.
Die Handhabung ist intuitiv und einfach, nur die Höhenverstellung der Sitze, welche in Funktion einem Falltürhebel ähnelt und die schwer entriegelbare Lenkradverstellung stören.
Die Leuchtweitenregulierung erfolgt mittels Bowdenzug, eine Besonderheit, die man heutzutage gar nicht mehr erwartet. Das birgt beim Lampenwechsel besondere Fallstricke.

Die Federung ist komfortbel und eher weich, was definitiv nicht aufkommt ist ein sportliches Fahrgefühl. Der Dacia Lodgy ist hier eher für die bestimmungsgmäße Fahrt vorgesehen – allein schon aufgrund der Bremsen.
Der Motor klingt beim beschleunigen kräftig, wirkt aber dann bei konstanter Drehzahl ruhig und leise.
Das Getriebe schaltet sauber und direkt mit einem markanten „Klick“-Geräusch.
Bei Temperaturen um 0 °C kommt es vermehrt zu knackenden Geräuschen von Kunststoffteilen im hinteren Teil des Fahrzeuges.
Nach der einfachen und schnellen Demontage der hinteren Sitze bietet der Dacia Lodgy eine große Menge Stauraum – so viel, man könnte ihn vermutlich als kleinen Lieferwagen verwenden oder dank der Länge von nahezu 4,5 Metern, die sich auch auf den Innenraum auswirkt, auf Reisen in ihm übernachten.
Sind alle 7 Sitze „aktiviert“ hält sich der Stauraum in Grenzen – dann wird es Zeit für Anhänger oder Dachbox.
Die dritte Reihe ist sehr geräumig, obwohl längere Fahrten bei schlechteren Straßen aufgrund der Position der Sitze über der Hinterachse eventuell Kopfschmerzen verursachen könnten.

Wir erwähnten es vorhin bereits – bei der neuen Motorenpalette handelt es sich nicht mehr um Renault-, sondern um Renault-Nissan-Motoren. Die Tatsache, dass die älteren Renault-Konstruktionen immer schwerer an die neuesten Abgasnormen anzupassen waren, die Renault-Nissan-Konstruktionen diesbezüglich aber schon weiterentwickelt und gleichzeitig günstiger waren, führten mutmaßlich zu diesem Schritt.
Dieser Wandel war absehbar, denn bereits vor 10 Jahren wurde beispielsweise der 136 PS Benzinmotor F4R des Laguna II 2.0 16V beim Übergang zum Laguna III 2.0 16V mit der Renault-Nissan-Variante M4R mit 140 PS ersetzt. Dacia zieht hier nun nach – das kommt dem Kunden unmittelbar zugute – er erhält nun ohne Änderung des Katalogpreises eine stärkere und sauberere Maschine.

Die Leistung des Dacia Lodgy ist für seine Verhältnisse in Ordnung, die Beschleunigung von 0 auf 100 wird mit unter 12 Sekunden angegeben. Ausgehend von einem Gewicht von 1164 Kilogramm und 102 PS im Benzin-und 98 PS im Flüssiggasbetrieb ergibt sich ein Leistungsgewicht von 11,41 kg/PS und 11,87 kg/PS. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 172 km/h im Benzin- und 170 km/h im Flüssiggasbetrieb angegeben.
Diese Werte lassen den Dacia Lodgy im Vergleich mit Fahrzeugen mit einer ähnlichen Höhe gut dastehen. Und das trotz der Tatsache, dass diese Werte für einen Saugmotor mit 1.6 Litern Hubraum eher unterdurchschnittlich sind (zum Vergleich: unser Renault Scenic II mit 1.6 Liter Motor hatte bereits beim Marktstart 2003 113 PS).
Trotzdem kann der Dacia Lodgy dynamisch bewegt werden, jedoch eben typisch für kleinere Saugmotoren mit entsprechenden Drehzahlen.
Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch auf polnischen Straßen lag bei etwa 8 Litern Benzin. Im Gasbetrieb geschätzt einen halben Liter mehr. Und hier kommen wir zu einem geringfügigen Minuspunkt – die Flüssiggasanlage ist nicht in die Fahrzeugelektronik integriert. Genauere Verbrauchswerte könnten wir so erst nach einer längeren Fahrstrecke liefern.

Ansonsten konnten wir keine weiteren Nachteile feststellen. Die Umschaltung auf Gasbetrieb erfolgt unmittelbar und ist nicht spürbar. Auch der Leistungsunterschied ist kaum spürbar. Was hingegen spürbar sein dürfte, sind die um derzeit über 50% niedrigeren Kraftstoffkosten.

Nun zur äußeren Größe des Dacia Lodgy – auch neben großen amerikanischen Vans sieht er nicht wirklich klein aus. Mit einer Höhe von 1,68 Metern und einer Länge von nahezu 4,5 Metern stellt er geschätzt 3/4 des Wettbewerbs, meist bestehend aus teureren Lieferwagen, auf den Kopf. Dafür kostet er dann noch in der Basisausstattung 4000€ weniger als ein Skoda Fabia und bietet statt einem im unteren B-Segment üblichen 1,0 Liter 60 PS/75 PS-Motor einen älteren, aber robusten 1,6 Liter 102/98 PS-Motor.

Der Dacia Lodgy ist hinsichtlich Größe und Kostenverhältnis nahezu unübertroffen. Die absolute Basis ist in Deutschland für 9.990€ erhältlich, was selbst für einen schlecht ausgestatteten Skoda Fabia oder Renault Clio nicht reicht.
Die Version mit Flüssiggasanlage ist zwei Ausstattungsvarianten höher „Laureate“ erhältlich – Nebeneffekt: Innenspiegel zur Beobachtung der zweiten Sitzreihe, manuelle Klimaanlage, Tempomat und weitere Kleinigkeiten sind hier inklusive. Der Neupreis liegt so bei 12.190€ mit Flüssiggasanlage. (Entnommen aus den Daten diverser Neuwagenanbieter, da der SCe 100 mittlerweile mit dem SCe 110 LPG mit 109/107 PS ersetzt wurde.)

Der Charakter des Dacia Lodgy ist einfach, familiär und ruhig. „Der sicherste seiner Klasse“ ist er gewiss nicht – mit drei Sternen im Euro NCAP.
Dennoch kann er sich als Nutz- und Transportfahrzeug sowie für Familien mit knappem Budget eignen. Je nach Fahrleistung kann sich die LPG-Variante bezahlt machen.

Positiv

Ein guter Preis, ein Motor mit hoher Leistung im Verhältnis zum Wettbewerb, viel Platz, gute Rundumsicht, viel Stauraum für Kleinigkeiten, gut platzierte Innendekoration, Flüssiggasanlage ab Werk, unsichtbarer und einfache Umschaltung von Benzin auf Flüssiggas.

Negativ

Ungünstige Bedienung der Höhenverstellung von Sitz und Lenkrad, durchschnittliche Dynamik je nach Beladung, durchschnittliche Crashtest-Ergebnisse, einfarbiger Innenraum, keine Anzeige des Kraftstoffverbrauchs im Bordcomputer.

Technische Daten sind im ursprünglichen Artikel (polnisch) und beispielhaft auf automobile-catalog.com (englisch) zu finden.
Der Test erfolgte im Zeitraum vom 6.11. – 13.11.2018 und es wurden 1150 Kilometer zurückgelegt.

Text: Marcin Dziekoński / SA
Bilder: Agencja10,5
Übersetzung: autotagebuch.net

DACIA Lodgy SCe 100 LPG , Tests

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