27.09.2020

Mal ausprobieren, welcher läuft und läuft und läuft und läuft...

Bislang war bei mir nur ein Fahrzeug mit Dashcam ausgestattet: Mein meistgefahrener BMW E91. Als Kamera kam eine GitUp Git2 zum Einsatz, welche eigentlich als Actioncam ausgelegt ist, jedoch auch im Dashcam-Modus betrieben werden kann. Sie bietet gute 2K Aufnahmen mit vernünftiger Bildrate und ist sehr robust. Da sie jedoch ursprünglich nicht als Dashcam gedacht war, fehlen einige Features, wie z. B. eine zuverlässige Rotation von Videos bei voller SD-Karte sowie ein Nachtmodus und Bewegungssensorik.

Da ich derzeit den BMW verliehen habe, werde ich auf meiner nächsten, größeren Reise mit einem anderen Fahrzeug fahren. Für dieses Fahrzeug habe ich mir eine VANTRUE OnDash N2 Pro geleistet, welche normal auf Amazon für 159,99€ gelistet ist, durch eine Aktion jedoch 20€ günstiger war und damit 139,99€ gekostet hat. Zuvor hatte ich mir diverse Preisvergleiche und ähnliche Modelle angesehen, kam jedoch zu dem Ergebnis, dass diese das beste Preis/Leistungs-Verhältnis bietet.

Es handelt sich um ein Doppelrichtungsmodell, mit dem in und entgegengesetzt der Fahrtrichtung aufgezeichnet werden kann. Mittlerweile existiert von VANTRUE sogar ein noch besseres, aber auch erheblich teureres Modell, welches gar in drei Richtungen aufnimmt (Vorne, Hinten, Insassen bzw. Fahrer).

Zur Kamera bestellte ich mir separat eine 128 GB große Endurance SD-Karte von SAMSUNG, aus dem einfachen Grund, dass diese für Daueraufnahmen besser geeignet sein sollen und ich eine identische bereits seit Weihnachten in der Git2 betrieb. Die Karte bietet laut Datenblatt eine Schreibrate von 30MB/s, eine Leserate von 100MB/s und hat eine 5-jährige Herstellergarantie.

Beim ausprobieren stelle ich fest, dass das GPS-Modul per Standard nicht mitgeliefert wird und separat (auf Amazon 23,99€) bestellt werden muss. Ohne dieses zeichnet die Kamera weder GPS-Koordinaten noch Geschwindigkeiten auf und synchronisiert auch nicht automatisch ihre Zeit. Ein leichtes Geschmäckle bleibt, da ich dies bei einer Kamera für 160€ bereits inklusive verstand und die Hinweise „Um die GPS-Funktion zu nutzen, kaufen Sie es. (Asin: B01J5KZLQS).“ und „Need to buy extra ASIN: B01J5KZLQS“ auf Amazon übersah.

Testvideo

Im Testvideo wurde die Kamera in der Einstellung 1080p+1080p bei 30 FPS betrieben. Das Bild ist qualitativ in Ordnung, jedoch sind Kennzeichen verwaschen und nicht gut zu erkennen. Jedoch ist diese Einstellung der einzige Modus, in dem eine Aufnahme sowohl in als auch gegen die Fahrtrichtung möglich ist – schade.

Entschiede man sich ausschließlich für die Aufnahme in Fahrtrichtung, stünden die Modi 1080p 60 FPS sowie 1440p 30 FPS zur Verfügung, welche die Auflösung und die Bildrate verbessern könnten, um Kennzeichen weniger verwaschen zu sehen.

Aktueller Firefox- oder Chrome-Browser notwendig, Video mit AV1 Codec komprimiert. Alternativ auf YouTube.

Handhabung

Das Gerät ist überraschend leicht und auch relativ leicht zu bedienen. Der „Emergency Lock“-Knopf (also der, welcher eine Aufnahme sperrt, sodass diese nicht gelöscht wird) ist größer und beleuchtet, sodass im Zweifelsfall leicht darauf zugegriffen werden kann.

Das mitgelieferte Kabel (12V Zigarettenanschluss auf Mini-USB) ist relativ lang und genügt, um es im Renault Scenic notdürftig über die Sonnenschutzblende, entlang der A-Säule und durch das Handschuhfach zu legen. Im Beispiel handelt es sich wirklich nur um eine Minimalaufwand-Verlegung. Für Taxis oder Freunde des gehobenen Kabelmanagements empfiehlt sich das Hardwire-Kit (z. B. auf Amazon). Dieses ist auch dann empfehlenswert, wenn man über längere Zeiträume den Parkmodus nutzen möchte, bei dem sich die Kamera bei Bewegungen im Bild oder Bewegungen des Autos (z. B. durch Parkrempler) automatisch aktiviert.

Das mitgelieferte USB-Kabel hingegen ist recht kurz und reicht dafür nicht aus. Lediglich eine direkte Verbindung wäre hier möglich. Wer also keinen 12V-Anschluss zur Stromversorgung nutzen kann oder möchte, sollte sich separat ein ausreichend langes USB-Kabel bestellen (z. B. 3m für 2€ auf Amazon).

Fazit

Der erste Eindruck ist gut, aber es gibt bestimmte Schwachstellen, die man kennen sollte. Schulnote wäre eine 2, vielleicht eine 2-. Jedoch hat die Kamera sich bereits auf meiner ersten Testfahrt (ca. 670 km) bezahlt gemacht, zum einen weil ich eine dreiste Nötigung aufzeichnen konnte, zum anderen einen fremdverschuldeten Beinaheunfall in einem Kreisverkehr, der gut als Lehrvideo herhalten kann.

  • Kennzeichen bei 1080p und 30 FPS unter Umständen nicht leicht lesbar
  • GPS mit Geschwindigkeitsanzeige nur mit Zusatzmodul
  • etwas leicht, macht daher einen günstigeren Eindruck als der Preis hergibt
  • kurze Akkulaufzeit
  • bei Betätigung des Sperren-Knopfes wird jedes mal ein Foto erstellt, da der Knopf diese beiden Funktionen erfüllt
  • Anleitung teils in gebrochenem Deutsch
  • GPS für Geschwindigkeitsanzeige und Positionsaufzeichnung nur als Extra mit Aufpreis
  • Leistungstechnisch beschränkt (Aufzeichnung vo

Positive Merkmale bietet die Kamera aber auch.

  • Integrierte Kamera auf der Rückseite, nützlich z. B. bei Auffahrsituationen
  • etwas leicht, daher gut mit Saugnapfhalterung zu befestigen
  • Nachtmodus für gute Aufnahmen in beiden Richtungen auch bei Nacht
  • leicht erkennbarer Sperren-Knopf für Sperrung von Aufnahmen
  • ausführliche Anleitung
  • gutes mitgeliefertes Kabel, gutes Prinzip zum Anschluss des Kabels zur Stromversorgung
Tests

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